Netzqualität

Wareneingangskontrolle der Energie?
Natürlich, wie bei anderen Produkten, ist auch hier eine Qualitätsbewertung möglich.

Alle netzbedingten Ereignisse können erhebliche Störungen verursachen.

Ein wesentlicher Bereich der Störungen und Einflüsse stellen Netzrückwirkungen und vagabundierende bzw. verschleppte Ströme dar. Gute Beispiele, bei denen kaum einer an Möglichkeiten außerhalb der Geräte denkt, sind defekte Festplatten, verfälschte Speicherinhalte oder schwankende Datendurchsätze im Netzwerk.

Nichtlineare Lasten, Schaltvorgänge, Lastwechsel und Anlagenprobleme können die Netzqualität gravierend beeinträchtigen. Eine mangelhafte Netzqualität ist nicht nur kostspielig, in Hinblick auf vergeudete Energie und unnötige Ausfallzeiten, sondern sie ist auch gefährlich (Brände, Nicht- oder Falschauslösung von FI-Schutzschalter [RCD], unkontrolliertes Arbeiten elektronischer Geräte).

Ebenso ist der Einfluss von Oberschwingungen auf die Genauigkeit von Induktionszählern erheblich, zumal diese noch i.d.R. von Energieversorgern zur Verrechnung eingesetzt werden.

Fallen Geräte aus, funktionieren nicht richtig oder werden zerstört, und ist nicht eindeutig bekannt woher die Störung kommt, so muss dringend eine Netzanalyse angeraten werden.

Es gibt Geräte mit nichtlinearen Lasten, deren Hersteller bewusst aus Kostengründen unzulässig hohe Rückwirkungen ihrer Produkte auf das elektrische Netz zulassen.

Anderseits - selbst Markenhersteller -, wiederum aus Kostengründen, auf eine „wünschenswert“ ausreichend hohe Störfestigkeit verzichten.

In EN 50160 wird die vom Energieversorger zu liefernde Qualität festgelegt bzw. die Merkmale der Spannung in öffentlichen Elektrizitätsversorgungsnetzen auf Basis statistischer Bewertung mit Hilfe folgender Parameter getroffen:

  • Effektivspannungen
  • Oberschwingungen
  • Flicker, Einbrüche und Unterbrechungen
  • Schnelle Spannungsschwankungen und Spitzen
  • Symmetrie
  • Frequenz.

In der Industrie, dem Gesundheitswesen, bei Banken und IT-Unternehmen - praktisch überall dort wo elektrische und elektronische Systeme unverzichtbar sind - spielt die Qualität der Stromversorgung eine kritische Rolle für die Aufrechterhaltung des Betriebes. Jeder Elektrofachmann muss in seinem Verantwortungsbereich und seiner täglichen Arbeit für eine optimale Netzqualität sorgen.

EMV-verträgliche Gebäudeinstallationen zeichnen sich insbesondere aus durch:

  • stromtragfähiges, niederohmiges Erdungssystem
  • keine Arbeitsströme im Schutzleiter- bzw. Potentialausgleichssystem zulassen
  • keine Mehrfacherdung des Neutralleiters (verPENtes Netz)
  • keine reduzierten Kabelquerschnitte für N und PE
  • Kabelquerschnitte für Oberschwingungen auslegen
  • Kompensationsanlagen „oberschwingungsfähig“ und mit modernen elektron. Reglern ausrüsten (Ansteuerung im Nulldurchgang)

konsequente Dokumentation der Netzinstallation.